Archiv für April 2009

Theorie&Praxis oder Wunsch&Wirklichkeit

Nachdem sich die Gruppe in den letzten Monaten intensiv mit den Themen „Karl Marx“, „Schubladendenken“ und „Klassengesellschaft“ auseinandergesetzt hat, sollte nun der grosze Praxistest erfolgen. Es war unter uns durch die unterschiedliche Auffassung der derzeitigen Umstaende zu harten Auseinandersetzungen gekommen.
Also beschloss man am lebenden Beispiel, gepraegt durch den Flair einer Klassenfahrt, wieder Ruhe in den Mob zu bringen.
Nach kurzer Ueberlegung war auch klar wo die Reise hingehen soll, ja muss.

+++Chemnitz+++ aka Karl-Marx-Stadt#

Nichts lag naeher. Teils enge Beziehungen eines Genossen zu dieser Stadt, die uns auch einen Aufenthalt mit netten Pennplatz Ambiente ermoeglichten, die oestliche Lage und zu guter letzt auch der namentliche Bezug machten den Sack zu.
Auf der Autobahn verleitet ein Schild mit der Aufschrift „Chemnitz Die Stadt der Moderne“ dem potenziellen Besucher zu der Annahme eines emanzipierten, aufgeschlossenem Stadtleben in kultureller und sozial gesicherter Atmosphaere.
Doch wir sollten eines besseren belehrt werden. Viele Vorurteile der Stadt gegenueber wurden schon vorneweg von dem ein oder anderen dargelegt aber aus Neutralitaetsgruenden ausgeblendet. Sollte am Anfang, angekommen bei dem Genossen noch das Trugbild von guenstigen Wohnungen und modernem Leben gehalten werden. Wurde dies schon einmal stark erschuettert, als sich die Nachbarn im Garten zum grillen trafen. Enrico, Danny und Madelein hatten einiges an totem Getier besorgt und froehnten mit ihren Freunden der deutschesten alles Nahrungszubereitungsarten. [an dieser Stelle sei erwaehnt, dass wir nichts gegen gegrillte Nahrung haben]. Auftretn und Erscheinung dieser Crew, brachte schon einnen Hauch von Antimoderne mit sich.
Angeregt von Ihrer Nahrungsaufnahme begaben auch wir uns auf den Weg zum naechsten „Volksdiscounter“. Dabei waren Sticker aller Art zu bewundern. Nur die Masse derer die an die erfolgreiche Bombardierungs Chemnitz am 5. Maerz 1945 erinnerten, und dazu aufriefen die „Opfer“ nicht zu vergessen, war erschreckend. Ebenso, das immer und immer wieder die Urspruenge dieser Sticker am Weg rumlungerten.
Im Supermarkt selber, welcher den Anspruch an sich selbst erhebt fuer das Volk da zu sein, konnte man zu Frauenarzt&many Marc sowie Scooter entspannt shoppen, und diversen Menschen die unsere schwer erarbeitete Widerlegung von „Schubladendenken“ zerbersten lieszen dabei zu schauen.
Diese Situation ueberforderte uns so sehr, dass wir danach eine Auszeit benoetigten, und uns an Trendsportarten am anhegelgenen Funpark erfreuten. Erstmals ein Lichtblick von Moderne. Ein solches Areal kann so manche Stadt mal einfach gar nicht bieten. Ziemlich zentral gelegen einen Spot zu haben wo vom Skateboard ueber BMX und Basketball bis hin zu Dirtbikern sich jeder auslassen kann, ist eine positive Hervorhebung wert.
In diesem Idyll erklang aus dem Hintergrund Jahrmarktsmusik und ein Riesenrad kuendete von dem „Fruehlingsfest“.
Wir fanden uns hart genung auch dieses Kino nicht auszulassen. Was sich dort aber uns auftat, war das real gewordene Grauen. Am besten zusammengefasst wahrscheinlich so: „Eine Modenschau des Nazichics, dargeboten zwischen haengengebliebenen Ostlern, frustrierten Schaustellern und Schiessbuden“
An dieser Stelle gaben wir es auf. Heimweg, runter von der Strasze auf der uns aber noch Ronny entgegen kam. Er, wir schaetzen mal Anfang-Mitte 20, 1,90 grosz, Pumper, arbeitslos, trug einen Pulli mit der Aufschrift „Fuck you Antifa!“. Danke nein, heute nicht.
Es sollte aber nicht alles verloren sein. DIe an der Autobahn versprochene Moderne laesst sich in Chemnitz tatsaechlich finden. Der Gesamtanteil an der Stadt liegt wahrscheinlich im Promillebereich, aber was Kunst und Kultur angeht, so darf man sich doch immer wieder ueber ambitionierte Menschen freuen die was klar machen.
Und so kamen auch wir an diesem Abend noch auf unsere Kosten, bei einem Dj-Battle. Der Kuenstler der extra aus Leipzig eingeflogen wurde und mit elektronischen Beats zu begeistern wusste lies doch noch ein Laecheln in den Gesichtern aufkommen. Das Publikum war wohl der frustrierte Mob der in Chemnitz von dieser zur naechsten Party lebt und sich zwischendrin daheim einschlieszt. Das wir uns aber trotzdem in diesem verrufenen Loch befinden, als das es immer bezeichnet wird, wurde uns direkt auf dem Heimweg schon wieder klar, als der Busfahrer uns, aufgrund unserer Kurzstreckentickets, welche nach Tarif nur 5 Stationen weit bringen duerfen, auch an der 5. Station rauswarf. Mitten in der Nacht, es koennte ihm ja eigentlich egal sein, und er sollte sich freuen uns im Bus zu haben, aber Ordnung muss sein.
Das wir nur noch eine Station weitergemusst haetten, spielt dabei keine Rolle.
Am naechsten Tag nach dem Fruehstueck die direkte Abreise in die Sicherheit.
Das Fazit ist, wir respektieren alle alternativen und hallwegs emanzipierten Menschen dieser Stadt zu tiefst. Denn wen diese Stadt nicht toetet, macht sie hart!
Chemnitz, eine Reise wert, aber nur noch bewaffnet.

WE+++dat und jenes

Am Wochenende waren wir in Bamberg bei dem Ultimate Frisbee Tunier, um unseren geistigen Horizont im Bereich Sport zu erweitern. An sich eine ganz nette Geschichte, aber wahrscheinlich ein stark hippiebeinflusster sport. So ist eszum Beispiel Sitte das Gegner sich nach dem Spiel noch mal in einem Kuschelkreis treffen. Wir als rude Supporter bezugslos gewaehlter Mannschaften, konnten dies nicht nachvollziehen, wobei die Mannschaften auch unseren Support nicht nachvollziehen konnten, aber immerhin zur Kenntnis nahmen und honorierten. Wir waren ja auch die einzigen Zuschauer.
Nach vergeblichen Partybemuehungen am Abend, bleibt als Resuemee, Bamberg geizt mit Stimmung.
Sonntag zurueck zu einer Sportart die wir kennen und lieben, Fussball.
Es spielten der von uns supportete FC Wacker Bamberg gegen SpVgg Rattelsdorf, welche auch das Heimrecht hatten.
[Anmerkung der Redaktion: fuer Aktualitaet der verlinkten Seiten uebernehmen wir keinerlei Haftung]
In dieser Klasse ist man ja einiges gewohnt, aber so einen Grottenkick, lol@!
Da sind die Linienrichter auch vom eigenen Verein, stehen mit Ihren 120kg + im Feld, und bewegen sich einen halben Meter entlang der Mittellinie. Der Trainer steht direkt daneben, auch im Feld, und kann munter alle Gegenspieler voll poebeln. Ueberhaupt wurde ziemlich viel gepoebelt was wir zum Anlass nahmen auch gleich mal ein paar Rentner voll zu poebeln. Der Schiri war sowieso weitgehend ueberfordert, und so gab es ausreichend Fehlentscheidungen.
Am Ende gewann Rattelsdorf 7:1 unverdient.
Abgesehen davon ist es uns eine Freude auch anzumerken, dass die Spurs am Sonntag ebenfalls spielten und erneut 3 Punkte gutschreiben koennen. Das 1:0 gegen Newcastle United war nicht spektakulaer, aber trotzdem schoen.

Erfurt

Alles klar, jetzt also geraeumt.
War ja zu erwarten.
Die Polizei hatte wahrscheinlich in letzter Zeit schlecht getraeumt, oder wie begruenden die die Art&Weise?
lol@cops
probs an alle die in irgendeiner form aufgrund der ganzen geschichte stress bekommen.

Fussball

Am Wochenende gewannen auch die Spurs durch ein Tor von dem eingewechselten Pavlyuchenko in der 65. Minute gegen West Ham United.
Somit Top 10!

Exkursion # Gothingham/Wuerzburg

Also Ostern!? Naja, uns doch egal, hauptsache frei!
Also die Huehner gesattelt und mal wieder in die stadt des antifaschistischen dorflebens gefahren. nachdem sich der groszteil der anwohner aber aus diversen gruenden in richtung familierer naehe begaben blieb nur ein kleiner aber umso kreativerer haufen zurueck.
freitag dann endlich so eine legendaere juziparty miterlebt. wirklich eine sehr schoene geschichte. dafuer erhaellt die glatt mal eine Verlinkung. Das Publikum setzte sich, wohl darauf begruendet das es die einzige party in der stadt, und 99% der asuwaertigen nicht vor ort, waren, aus dem abgefahrenen mittelstadt clientel zusammen. wobei diverse ausbrueche den grenzberiech vielleicht doch ueberschritten.
dies tat den wirklich treibenden und gut gewaehlten beats, auch bei einer gefuehlten raumtemperatur nahe eines haehnchengrills, keinen abbruch.
da sagt der laie doch ruhig „Jawoll, ja!“
der rest des wochendes war mit organisatorischen, verballerungsbedingten durchhaengern und shoppen gefuellt.
also ab nach wuerzburg. diese stadt glaenzt vor allem mit einem, dem wetter. dieses ist im moment zwar insgesamt ziemlich gyle, aber dort ist schon mal richtig sommer. selbst Liriodendron tulipifera blueht dort schon, und nachts am main bei 21° noch kaltgetraenke genieszen laesst auch einen hohen wohlfuehlstatus aufkommen.
tagsueber wird das stadtbild leider durch bratwurstfressendekartoffeldeutsche gepraegt, und bei rot geht auch niemand ueber die ampel, da uebermotivierte polizeischueler die ganze stadt belaestigen, aber um zeit vergeht beim flanieren ganz vorzueglich!